CBD Öl im Faktencheck: Was ist dran am Hanfextrakt?

CBD Öl Hanfpflanze
CBD Öl soll gegen chronische Entzündungen und etliche Leiden wie Gelenkschmerzen helfen. Doch wie sieht die Studienlage aus?

Inhaltsverzeichnis

CBD Öl liegt im Trend. Es bringt viele Vorteile von THC mit sich, ohne berauschend zu wirken. Aus diesem Grund ist CBD Öl sehr beliebt und ist völlig legal und ohne Rezept zu erhalten. Die Anwendung von CBD ist sehr vielfältig. Es wird als Schmerz- und Schlafmittel verwendet und soll auch bei Depressionen und Angstzuständen helfen.

In diesem Artikel erfährst du, wie CBD wirkt, welche Beschwerden es lindern kann und wie du es am besten anwendest.

Was ist CBD Öl?

Cannabidiol (CBD) wird aus den Blättern der Hanfpflanze, auch Cannabis genannt, gewonnen. Es stellt zusammen mit Tetrahydrocannabinol (THC) das Hauptcannabinoid in Cannabis dar. Cannabinoide sind für die pharmakologische Wirkung von Cannabis verantwortlich und stehen im Fokus der medizinischen Forschung.

CBD ist gerade deshalb interessant, da es im Gegensatz zu THC keinen berauschenden Effekt hat. Es wird aus der Cannabis Pflanze extrahiert und dann in Öl gelöst.

Was ist CBD?

Wie wirkt CBD auf den menschlichen Körper?

CBD wirkt auf das Endocannabinoid System. Endocannabinoide sind körpereigene Cannabinoide, die an CB1 und CB2 Rezeptoren binden. Dadurch regulieren sie physiologische Prozesse und kognitive Prozesse, und beeinflussen unter anderem das Immunsystem, Appetit, Laune und Schmerzwahrnehmung.

Endocannabinoide sind normalerweise sehr kurzlebig und werden schnell abgebaut. CBD hemmt den Abbau dieser Endocannabionoide. Da diese Moleküle in so viele Körperprozesse involviert sind, ist auch die Wirkung von CBD sehr vielfältig. Es wirkt schmerzlindernd, antientzündlich und hat auch antioxidative Eigenschaften.

1. CBD Öl vermindert die berauschende Wirkung von THC

CBD wirkt als Gegenspieler zu THC. THC bindet und aktiviert CB1 und CB2 Rezeptoren und hat eine schmerzlindernde und berauschende Wirkung. CBD blockiert die Bindung von THC an CB1 Rezeptoren und hemmt somit den berauschenden Effekt von THC.

Medizinischer Cannabis enthält meist eine Mischung aus CBD und THC und ist rezeptpflichtig. Reines CBD Öl ist hingegen frei verkäuflich in Drogeriemärkten und Apotheken erhältlich.

2. CBD Öl wirkt schmerzlindernd

CBD bindet an bestimmte Schmerzrezeptoren, wie den sogenannten Vanilloidrezeptor Typ1. Das ist der gleiche Rezeptor, an den auch Capsaicin bindet, der Stoff, der Chilis ihre Schärfe verleiht. Durch diese Bindung werden die Rezeptoren desensibilisiert, wodurch es zur schmerzlindernden Wirkung von CBD kommt.1 Vanilloid TRPV1 receptor mediates the antihyperalgesic effect of the nonpsychoactive cannabinoid, cannabidiol, in a rat model of acute inflammation

3. CBD Öl wirkt antientzündlich

CBD hemmt die Wiederaufnahme von Adenosin und erhöht dadurch dessen Konzentration im Gehirn. Adenosin hat antientzündliche und immunsuppressive (unterdrückt das Immunsystem) Eigenschaften.2 Molecular Targets of Cannabidiol in Neurological Disorders Das ist beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen von Bedeutung, bei denen das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift.

CBD hemmt dadurch entzündungsfördernde Moleküle wie NF-kB, Zytokine und TNF-α.3 Cannabinoids Δ9-Tetrahydrocannabinol and Cannabidiol Differentially Inhibit the Lipopolysaccharide-activated NF-κB and Interferon-β/STAT Proinflammatory Pathways in BV-2 Microglial Cells4 Cannabidiol in vivo blunts β-amyloid induced neuroinflammation by suppressing IL-1β and iNOS expression

4. CBD Öl wirkt antidepressiv

CBD bindet und aktiviert den Serotonin Rezept 5-HT1A. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert und somit an der Entstehung von Glückgefühlen beteiligt ist. Außerdem beeinflusst Serotonin den Appetit, die Körpertemperatur und Lernvorgänge. Die Aktivierung dieses Rezeptors ist für die antidepressive und angstlösende Wirkung von CBD verantwortlich.5 Cannabidiol Induces Rapid-Acting Antidepressant-Like Effects and Enhances Cortical 5-HT/glutamate Neurotransmission: Role of 5-HT1A Receptors

5. CBD Öl senkt den Blutdruck

CBD sorgt außerdem dafür, dass sich Blutgefäße erweitern und lässt dadurch den Blutdruck sinken.6 Cardiovascular Pharmacology of Cannabinoids7 A single dose of cannabidiol reduces blood pressure in healthy volunteers in a randomized crossover study Ein hoher Blutdruck schädigt die Blutgefäße und erhöht auf Dauer das Risiko für einen Herzinfarkt. CBD verbessert somit die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.

Therapeutische Anwendung

Durch die Wirkung von CBD auf verschiedene Körperprozesse ist es auch für die therapeutische Anwendung von Interesse. Die Wirksamkeit ist zwar nur bei wenigen Erkrankungen gut untersucht, aber es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass CBD bei vielen Krankheiten von Nutzen sein kann.

1. Schmerzlindernde Wirkung

Cannabis ist bereits seit vielen tausend Jahren für seine schmerzlindernde Wirkung bekannt. Die meisten Cannabis-Extrakte enthalten jedoch CBD und THC. Auch medizinischer Cannabis, welches zur Schmerzreduktion eingesetzt wird, enthält beide Substanzen.

Die schmerzlindernde Wirkung von THC ist gut untersucht, aber auch CBD scheint Schmerzen lindern zu können. Es gibt jedoch leider nur wenige Studien, die die Wirkung CBD allein (ohne THC), auf das Schmerzempfinden untersucht haben.

In einer kleinen Studie linderte CBD die Schmerzen in 6 von 7 Teilnehmern nach einer Nierentransplantation.8 Chronic Pain Treatment With Cannabidiol in Kidney Transplant Patients in Uruguay

Eine Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) ruft Schmerzen an der Einstichstelle hervor und kann außerdem zu Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Fieber und Verdauungsbeschwerden führen. In einer Studie mit 12 Mädchen konnte mit CBD angereichertes Hanföl die Schmerzen nach der Impfung lindern und verbesserte das allgemeine Wohlbefinden.9 Short-Term Efficacy of CBD-Enriched Hemp Oil in Girls With Dysautonomic Syndrome After Human Papillomavirus Vaccination

Die Wirksamkeit von CBD bei Arthrose, einer schmerzhaften, entzündlichen Gelenkerkrankung, ist bei Tieren gut verstanden.10 Pharmacokinetics, Safety, and Clinical Efficacy of Cannabidiol Treatment in Osteoarthritic Dogs11 Attenuation of early phase inflammation by cannabidiol prevents pain and nerve damage in rat osteoarthritis, The nonpsychoactive cannabis constituent cannabidiol is an oral anti-arthritic therapeutic in murine collagen-induced arthritis12 Transdermal cannabidiol reduces inflammation and pain-related behaviours in a rat model of arthritis Beim Menschen wird die Wirksamkeit bei Arthrose zurzeit noch untersucht.

2. Epilepsie

Zu epileptischen Anfällen kommt es, wenn Nervenzellen im Gehirn unkontrolliert Signale senden. Diese stimulierenden Nervensignale aktivieren weitere Nervenzellen, die wiederum Nervenzellen aktivieren. Es kommt also zu einer Kettenreaktion und die unkontrollierten Nervenerregungen können für mehrere Minuten anhalten.

CBD wirkt bei epileptischen Anfällen, indem es die Erregbarkeit der Nervenzellen herabsetzt. Dadurch wird die Schwelle, die notwendig ist, um die Nervenzelle zu erregen, nicht erreicht und die Kettenreaktion bleibt aus.

Epidiolex ist ein Medikament zur oralen Einnahme, das CBD als Wirkstoff enthält Es ist offiziell zur Behandlung von zwei schweren Formen von Kindheitsepilepsie zugelassen: das Dravet und Lennox-Gastraut-Syndrom.13 GW Pharmaceuticals receives European Commission approval for EPIDYOLEX® (cannabidiol) for the treatment of seizures in patients with two rare, severe forms of childhood-onset epilepsy

3. Depressionen und Angststörungen

Auch bei Depressionen und Angststörungen ist CBD Öl vielversprechend.

CBD Öl bei Angststörungen und Panikattacken

In einer Studie mit 57 Männern konnte CBD Angstgefühle beim Halten einer öffentlichen Rede reduzieren. Hier war die Dosis entscheidend: 300 mg waren wirksam, bei 150 mg und 600 mg gab es jedoch keinen Unterschied zu Placebo.14 Cannabidiol Presents an Inverted U-shaped Dose-Response Curve in a Simulated Public Speaking Test

Ein Review, der die bisherige Datenlage von CBD bei Panikattacken analysierte, kam zu dem Schluss, dass die Wirksamkeit von CBD bei Panikattacken sowohl durch Tierstudien als auch durch Untersuchungen am Menschen gut belegt ist.15 Evidences for the Anti-panic Actions of Cannabidiol

CBD Öl bei Depressionen

Für den Nutzen von CBD bei Depressionen fehlen leider bisher großangelegte Studien, es gibt jedoch Studien von Einzelfällen, die vermuten lassen, dass CBD bei Depressionen und damit einhergehenden Angststörungen wirksam ist.16 Cannabidiol Treatment in an Adolescent With Multiple Substance Abuse, Social Anxiety and Depression17 Effectiveness of Cannabidiol Oil for Pediatric Anxiety and Insomnia as Part of Posttraumatic Stress Disorder: A Case Report

Es gibt jedoch vielversprechende Ergebnisse aus Tierstudien, in denen die Wirkung von CBD bei Depressionen gut untersucht ist.18 Cannabidiol Induces Rapid and Sustained Antidepressant-Like Effects Through Increased BDNF Signaling and Synaptogenesis in the Prefrontal Cortex Bei Mäusen wird die antidepressive Wirkung mit einem Schwimmtest nachgewiesen. Nicht-depressive Mäuse halten beim Schwimmen lange durch, wohingegen depressive Mäuse schnell aufgeben.

Auch der Mechanismus der antidepressiven Wirkung von CBD ist gut verstanden denn es wirkt auf die Serotonin Rezeptoren. Personen mit Depression haben oft ein niedriges Serotoninlevel im Gehirn und auch es gibt auch Antidepressiva, die an diesem Punkt ansetzen. Allerdings verursachen diese Medikamente auch viele Nebenwirkungen und die Hoffnung besteht darin, dass CBD eine nebenwirkungsarme Alternative darstellt.

4. Schlafprobleme

Es gibt einige Hinweise darauf, dass CBD Öl den Schlaf verbessert und bei Schlafproblemen hilft.

In einer Studie mit 103 Patienten einer psychiatrischen Klinik konnte CBD Schlafprobleme und Angstzustände verbessern.19 Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series Die verbesserte Schlafqualität war möglicherweise auf die angstreduzierende Wirkung von CBD zurückzuführen.

Nach einem traumatischen Erlebnis sind viele Menschen von Angst- und Schlafstörungen geplagt. In einer Studie mit traumatisierten Teilnehmern konnte CBD die Schlafqualität in 38% der Probanden verbessern und auch die Alpträume ließen nach.20 Cannabidiol in the Treatment of Post-Traumatic Stress Disorder: A Case Series

Eine Studie an Parkinson Patienten hat gezeigt, dass CBD Probleme mit der REM Schlafphase beheben kann.21 Cannabidiol Can Improve Complex Sleep-Related Behaviours Associated With Rapid Eye Movement Sleep Behaviour Disorder in Parkinson’s Disease Patients: A Case Series REM Schlafphasen sind durch Augenbewegungen gekennzeichnet und sind meist traumreich. In der REM-Phase werden die Ereignisse des Tages verarbeitet und sie ist für Lernen und für die Gedächtnisbildung wichtig.

5. Nebenwirkungen bei Krebstherapie

Chemotherapie zur Behandlung von Krebs verursacht viele Nebenwirkungen, wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Es gibt einige Studien, die darauf hinweisen, dass Cannabis hilft, diese Nebenwirkungen zu reduzieren und somit das Wohlbefinden von Krebspatienten verbessern kann.

Die Wirkung von CBD alleine auf die Nebenwirkungen von Chemotherapie ist jedoch beim Menschen nicht gut untersucht. Es gibt jedoch einige Tierstudien, die zeigen, dass CBD gegen Chemotherapie verursachtes Erbrechen wirksam ist.22 A Comparative Analysis of the Potential of Cannabinoids and Ondansetron to Suppress Cisplatin-Induced Emesis in the Suncus Murinus (House Musk Shrew)23 Effect of Cannabinoids on Lithium-Induced Vomiting in the Suncus Murinus (House Musk Shrew)24 Delta-9-tetrahydrocannabinol and Cannabidiol, but Not Ondansetron, Interfere With Conditioned Retching Reactions Elicited by a Lithium-Paired Context in Suncus Murinus: An Animal Model of Anticipatory Nausea and Vomiting

6. Nervenschützend

Da Nerven Schmerzsignale weiterleiten, sind sie gegenüber Schäden sehr empfindlich. Wenn schmerzweiterleitende Nerven gereizt oder geschädigt werden, wird dies als Schmerz wahrgenommen.

Leider sind Nervenschäden größtenteils irreversibel, es handelt sich also um anhaltende, chronische Schmerzen, die oftmals nur schwer zu kontrollieren sind. Bei Dauerbehandlung mit Schmerzmitteln tritt auch im Laufe der Zeit ein Gewöhnungseffekt ein, wodurch die Dosis immer weiter erhöht werden muss.

Bei Tieren ist die Wirksamkeit von CBD bei Nervenschmerzen gut erwiesen.25 Oral Cannabidiol Prevents Allodynia and Neurological Dysfunctions in a Mouse Model of Mild Traumatic Brain Injury26 Cannabidiol inhibits paclitaxel-induced neuropathic pain through 5-HT1A receptors without diminishing nervous system function or chemotherapy efficacy27 Cannabidiol Attenuates Mechanical Allodynia in Streptozotocin-Induced Diabetic Rats via Serotonergic System Activation Through 5-HT1A Receptors28 Cannabidiol modulates serotonergic transmission and reverses both allodynia and anxiety-like behavior in a model of neuropathic pain29 Cannabinoids suppress inflammatory and neuropathic pain by targeting α3 glycine receptors Dabei scheint auch die antientzündliche Wirkung von CBD eine Rolle zu spielen.30 The non-psychoactive phytocannabinoid cannabidiol (CBD) attenuates pro-inflammatory mediators, T cell infiltration, and thermal sensitivity following spinal cord injury in mice Denn schmerzhafte Nervenschäden gehen meist mit Entzündungen einher. Somit wirkt CBD nicht nur schmerzlindernd, sondern schützt auch die Nerven, indem es nervenreizende Entzündungsreaktionen hemmt.

Auch beim Menschen gibt es erste vielversprechende Ergebnisse. In einer Studie mit Teilnehmern, die an Multipler Sklerose und anderen Nervenerkrankungen litten, konnten die Schmerzen durch CBD, THC oder eine Kombination der beiden Substanzen gut gelindert werden.31 A Preliminary Controlled Study to Determine Whether Whole-Plant Cannabis Extracts Can Improve Intractable Neurogenic Symptoms

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Myelinscheide der Nervenzellen angreift. Die Myelinscheide stellt eine isolierende Schutzschicht dar, die die Nervenzellen umgibt und für eine schnelle Signalweiterleitung sorgt.

7. CBD wirkt hilft beim Abnehmen

Das Endocannabinoid System reguliert auch den Energiestoffwechsel und steuert den Appetit. Es gibt mehrere Mechanismen, mit denen CBD den Appetit beeinflusst.

Weniger Hunger durch Hemmung des CB1 Rezeptors

Cannabis ist dafür bekannt, den Appetit anzuregen und sogenannte „Fressflashs“ zu verursachen. Diese Eigenschaft ist auf THC zurückzuführen, das den Appetit stimuliert, indem es an den CB1 Rezeptor bindet. CBD, hingegen, wirkt appetitregulierend, da es die Bindung von Cannabinoiden an den CB1 Rezeptor blockiert.32 Cannabinoids and Appetite: Food Craving and Food Pleasure33 Cannabinol and Cannabidiol Exert Opposing Effects on Rat Feeding Patterns Eine Studie hat gezeigt, dass je höher der CBD Anteil von Cannabis ist, desto schwächer ist die appetitstimulierende Wirkung.34 Cannabidiol Attenuates the Appetitive Effects of Δ9-Tetrahydrocannabinol in Humans Smoking Their Chosen Cannabis

CBD erhöht die Leptinsensitivität

Es gibt noch einen weiteren Mechanismus, mit dem CBD Appetit verringert. Und zwar beeinflusst es die Wirkung des appetitzügelnden Hormons Leptin. Leptin wird von Fettzellen produziert und bindet an Zellen im Hypothalamus, was dazu führt, dass wir uns satt fühlen.

Fettgewebe reguliert sich also selbst: je mehr Fettgewebe, desto mehr Leptin wird freigesetzt, was dazu führt, dass wir weniger Hunger haben, weniger essen und folglich unsere Energiereserven verbrauchen.

Übergewichtige leiden oftmals unter einer Leptinresistenz. Obwohl die Fettzellen jede Menge Leptin produzieren, reagieren die Zellen nicht mehr darauf und der Sättigungseffekt bleibt aus. Der natürliche Feedbackmechanismus ist also defekt, was dazu führt, dass diese Personen Hunger haben, obwohl sie mehr als genug Energie gespeichert haben.

CBD hingegen hilft, diesen Feedbackmechanismus wiederherzustellen. Denn eine Hemmung des CB1 Rezeptors erhöht die Leptinsensitivität. Sie sorgt dafür, dass Zellen wieder besser auf Leptin reagieren, wodurch es zu einem Sättigungsgefühl kommt.

CBD stimuliert die Bräunung des Fettgewebes

Der CB1 Rezeptor befindet sich normalerweise hauptsächlich auf Nervenzellen. Bei Übergewicht findet man CB1 vermehrt auch auf anderen Zellen, unter anderem auf Fettzellen. Bei Fettgewebe unterscheidet man weißes und braunes Fett. Weißes Fettgewebe dient in erster Linie dazu, Fett zu speichern.

Braunes Fettgewebe ist hingegen metabolisch sehr aktiv. Es ist vollgepackt mit Mitochondrien, den sogenannten Kraftwerken der Zelle, die den Zellen ihre braune Farbe verleihen. Braunes Fettgewebe produziert daher auch Wärme und verbraucht viel Energie. Daher hilft ein hoher Anteil an braunem Fettgewebe bei der Gewichtsregulation: Personen mit viel braunem Fettgewebe haben einen höheren Grundumsatz.

Wie du bereits weißt, behindert CBD die Stimulation des CB1 Rezeptors. Eine Hemmung von CB1 auf Fettzellen hat einen ganz besonderen Effekt: Sie führt dazu, dass weißes Fettgewebe in braunes umgewandelt wird.

CBD hilft also bei der Gewichtregulation auf zweierlei Weise: einerseits reduziert es Hunger, andererseits kurbelt es den Energieverbrauch an. Eine sehr wirkungsvolle Kombination, wenn es darum geht, Gewicht zu verlieren.

8. CBD ist gut fürs Herz-Kreislauf-System

CBD hilft nicht nur, Gewicht zu reduzieren, sondern auch den Blutzucker zu kontrollieren. Gleichzeitig wirkt es blutdruckregulierend und in einer Studie mit Diabetespatienten sorgte es dafür, dass HDL, das sogenannte „gute“ Cholesterin anstieg.35 A single dose of cannabidiol reduces blood pressure in healthy volunteers in a randomized crossover study36 Efficacy and Safety of Cannabidiol and Tetrahydrocannabivarin on Glycemic and Lipid Parameters in Patients With Type 2 Diabetes: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Parallel Group Pilot Study37 An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies

Diabetes ist sehr stark mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert und CBD scheint die Risikofaktoren für diese Erkrankungen zu reduzieren. Ein hoher Blutdruck schädigt beispielsweise die Gefäße und erhöht somit das Risiko für einen Herzinfarkt. CBD hat einen gefäßerweiternden Effekt, wodurch der Blutdruck sinkt. Wissenschaftler vermuten, dass diese Wirkung auf die Blutgefäße auf den Einfluss von CBD auf den CB1 Rezeptor zurückzuführen ist.

Auch ein chronisch erhöhter Blutzucker schadet den Gefäßen, indem er oxidativen Stress verursacht und Entzündungsreaktionen fördert. CBD blutzuckersenkende Wirkung scheint hingegen auf dessen antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften zurückzuführen zu sein.38 Cannabidiol attenuates cardiac dysfunction, oxidative stress, fibrosis, inflammatory and cell death signaling pathways in diabetic cardiomyopathy

9. Neurodegenerative Erkrankungen

Oxidativer Stress schädigt Proteine, das Erbgut und weitere Moleküle und treibt somit Alterungsprozesse voran. Altersbedingte neurodegenerative Erkrankungen, wie Alzheimer und Parkinson, gehen mit beträchtlichen oxidativen Schäden im Gehirn einher.

CBD hat antioxidative Eigenschaften und kann dadurch oxidative Schäden reduzieren. Es schützt beispielsweise die Mitochondrien. Da die Zellatmung in den Mitochondrien stattfindet, können sie beträchtlichen oxidativen Stress verursachen, wenn sie beschädigt sind.

Außerdem wirkt CBD antientzündlich, indem es die Expression entzündungsfördernder Gene hemmt. Entzündungsprozesse spielen insbesondere bei Alzheimer eine große Rolle.

Auch die Bindung von CBD an den Serotonin Rezeptor 5-HT1A wirkt sich positiv auf die Nervenzellen im Gehirn aus, denn Serotonin ist sehr wichtig für die Gehirngesundheit.39 From Cannabis sativa to Cannabidiol: Promising Therapeutic Candidate for the Treatment of Neurodegenerative Diseases

Tierstudien haben gezeigt, dass CBD die Neurodegeneration und den kognitiven Leistungsverlust, die mit Alzheimer einhergehen, aufhalten kann.40 Long-term Cannabidiol Treatment Prevents the Development of Social Recognition Memory Deficits in Alzheimer’s Disease Transgenic Mice41 In vivo Evidence for Therapeutic Properties of Cannabidiol (CBD) for Alzheimer’s Disease

Beim Menschen verbessert CBD die Lebens- und Schlafqualität von Parkinson Patienten.42 Effects of Cannabidiol in the Treatment of Patients With Parkinson’s Disease: An Exploratory Double-Blind Trial43 Cannabidiol Can Improve Complex Sleep-Related Behaviours Associated With Rapid Eye Movement Sleep Behaviour Disorder in Parkinson’s Disease Patients: A Case Series

Sind Nebenwirkungen bekannt?

CBD ist sehr nebenwirkungsarm und wird selbst in höheren Dosen bis zu 1500 mg pro Tag gut vertragen.44 An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies Mit den freiverkäuflichen Produkten ist die Gefahr einer Überdosierung also sehr gering.

CBD kann folgende Nebenwirkungen verursachen:

  • trockenen Mund
  • Durchfall
  • Schwindel
  • Schlappheit
  • Appetitverlust

Wichtig: CBD kann mit Medikamenten wechselwirken. Bei Medikamenteneinnahme sollte der Gebrauch von CBD daher mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden.

Wie nehme ich CBD richtig ein?

Die Wirkung von CBD wird in Studien meist als Inhaltsstoff von Kapseln zur oralen Einnahme untersucht. CBD ist jedoch in vielen verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Reine CBD-Produkte, die kein THC enthalten, sind rezeptfrei in Apotheken, Drogeriemärkten oder im Internet erhältlich.

1. Kapseln

CBD in Form von Kapseln stellt die Standarddarreichungsform dar. Die Kapseln sind in verschiedenen Dosierungen erhältlich, angefangen von 9 mg CBD pro Kapsel bis hin zu 120 mg. Der Vorteil von Kapseln ist, dass sich CBD exakt dosiert lässt und du genau weißt, wieviel CBD du einnimmst.

2. Öl

CBD Öl ist mit 2,5%, 5%, 10%, 20% oder sogar 30% CBD erhältlich. Zur Anwendung sollte das Öl am besten unter die Zunge getropft werden, wo es für einige Minuten verbleiben sollte, bevor es heruntergeschluckt wird. Über die Mundschleimhaut wird das CBD besonders gut aufgenommen und gelangt schnell in den Blutkreislauf.

3. Cremes und Lotions

Es ist bekannt, dass äußerlich angewandtes CBD hautpflegend wirkt und die Hautgesundheit fördert. Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass CBD Cremes bei bestimmten Hautkrankheiten, wie Akne, Pigmentstörungen, und Hautentzündungen.45 Cannabinoid Signaling in the Skin: Therapeutic Potential of the “C(ut)annabinoid” System46 Cannabinoid Delivery Systems for Pain and Inflammation Treatment47 A Therapeutic Effect of Cbd-Enriched Ointment in Inflammatory Skin Diseases and Cutaneous Scars

4. Süßigkeiten

Es gibt eine große Auswahl an Süßigkeiten mit CBD. Man findet es in Schokolade, Kaugummi, Bonbons, Gummibärchen, Keksen und Gebäck.

5. Kaffee und Tee

Es gibt auch mit CBD versetzte Kaffeebohnen und Tee, die wie normaler Kaffee bzw. Tee zubereitet werden.

6. CBD Liquids

Es gibt auch CBD Liquids für E-Zigaretten mit 2,5% – 10% CBD Gehalt, in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Fazit: Ist der CBD Hype gerechtfertigt?

CBD ist sicherlich kein Wundermittel und bei den meisten Erkrankungen ist eine Wirksamkeit noch nicht eindeutig nachgewiesen.

Andererseits hat CBD jedoch viele positive Effekte auf den Körper. Hervorzuheben sind CBDs antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften, wodurch es zwei Prozesse in Schach hält, die mit chronischen Krankheiten assoziiert sind und auf Dauer viel Schaden anrichten können.

Der größte Vorteil von CBD ist jedoch, dass es im Vergleich zu alternativen Medikamenten sehr gut vertragen wird. Anstatt quälende Nebenwirkungen zu verursachen, sorgt es für besseren Schlaf und erhöht das allgemeine Wohlbefinden.

Häufige Fragen zu CBD

1. Was ist CBD Öl?

CBD ist ein Cannabinoid aus der Hanfpflanze, das eine pharmakologische Wirkung hat, jedoch nicht berauschend wirkt. Um CBD Öl herzustellen, wird CBD aus den Blättern der Cannabispflanze extrahiert und in Öl gelöst.

2. Wie sollte ich CBD einnehmen?

CBD gibt es in vielen Darreichungsformen. Für eine exakte Dosierung sind Kapseln oder Öl, das unter die Zunge getropft wird, zu empfehlen.

3. Wie schnell wirkt CBD Öl?

Am schnellsten wirkt CBD, wenn es mithilfe eines Vaporizers oder einer E-Zigarette inhaliert wird. Auch wenn es unter die Zunge getropft wird, kann es bereits nach 15 Minuten wirken, da es über die Schleimhaut schnell aufgenommen wird. In Kapseln oder Nahrungsmitteln dauert es länger bis CBD wirkt, da es erst verdaut werden muss.

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