CBD Öl: Ein Leitfaden für Einsteiger

CBD Öl Hanfpflanze
CBD Öl soll gegen zahlreiche Beschwerden helfen. Hier erfährst du alles, was du als CBD-Einsteiger wissen solltest, im Schnellüberblick.

Inhaltsverzeichnis

CBD Öl liegt im Trend. Es bringt viele Vorteile der Hanfpflanze mit sich, ohne berauschend zu wirken. Vor allem bei chronischen Schmerzen wird CBD immer häufiger angewendet – und das völlig legal und ohne Rezept. Auch als Schlafmittel, bei Depressionen und Angstzuständen gewinnt es zunehmend an Beliebtheit.

In diesem Artikel erfährst du:

  • auf welche Weise CBD wirkt
  • bei welchen Beschwerden es helfen kann
  • was bei der Einnahme zu beachten ist
  • welche Nebenwirkungen auftreten können

Was ist CBD Öl?

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol. Dabei handelt es sich um eine sehr wirkungsvolle Komponente der Hanfpflanze, die auch unter dem Namen Cannabis bekannt ist.

Cannabis gilt aufgrund ihrer vielen positiven Eigenschaften als Heilpflanze, löst allerdings Rauschzustände aus, wodurch eine Anwendung sich schwierig gestaltet.

Als Komponente von Cannabis bringt CBD viele positive Effekte mit sich, verursacht jedoch keine Rauschzustände.

Es wird aus der Cannabis Pflanze extrahiert und dann in Öl gelöst.

Immer mehr Menschen nutzen CBD Öl, um chronische Schmerzen zu behandeln, die Schlafqualität zu verbessern oder gegen Ängste und Depressionen vorzugehen.

Der Unterschied zwischen CBD und THC

CBD stellt zusammen mit Tetrahydrocannabinol (THC) die wichtigsten Wirkkomponenten von Cannabis dar.

Diese sogenannten Cannabinoide sind für die pharmakologische Wirkung von Cannabis verantwortlich und stehen im Fokus der medizinischen Forschung.

THC wirkt allerdings im Gegensatz zu CBD psychoaktiv, das heißt, es hat einen berauschenden Effekt.

Was ist CBD?

Wie wirkt CBD auf den menschlichen Körper?

CBD wirkt als Cannabinoid auf das sogenannte Endocannabinoid-System, das jeder Mensch von Natur aus in seinem Körper hat.

Wir alle haben auch körpereigene Cannabinoide, die auf dieses System einwirken. Sie werden Endocannabinoide genannt. Der Begriff „Endo“ bedeutet schlichtweg „seinen Ursprung im Körper habend“.

Nun können sowohl körpereigene Endocannabinoide, als auch von außen zugeführte Cannabinoide wie CBD an bestimmte Rezeptoren in diesem System andocken.

Diese Rezeptoren werden CB1 und CB2 Rezeptoren genannt und befinden sich im Gehirn und in den Nervenzellen.

Docken nun (Endo-)Cannabinoide an diese Rezeptoren an, so werden verschiedene Prozesse im Körper reguliert, unter anderem:1 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3997295/2 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4420685/

  • Schmerzempfinden
  • Schlaffunktion
  • Immunfunktion
  • Stimmung
  • Stoffwechsel
  • Appetit
  • Gedächtnisfunktion
  • Fruchtbarkeit

Wissenschaftler vertreten die These, dass das Endocannabinoid-System eines der wichtigsten Systeme im menschlichen Körper ist, da es den gesundheitlichen Zustand stark beeinflusst.3 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3997295/

Das körpereigene Endocannabinoid-System

Ob das körpereigene Endocannabinoid-System gut funktioniert oder nicht, hängt davon ab, ob genügend Endocannabinoide an seinen Rezeptoren andocken.

Es ist möglich, dass nicht genügend Endocannabinoide vom Körper produziert werden und die Rezeptoren daher unbelegt bleiben. In dem Falle kann es zu einem Ungleichgewicht kommen, das beispielsweise Schmerzen oder Schlafstörungen zur Folge hat.

An dieser Stelle kommen von außen zugeführte Cannabinoide wie beispielsweise CBD Öl ins Spiel: Auch sie sind in der Lage an diese Rezeptoren anzudocken und das Endocannabinoid-System wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen.

Auf diese Weise können bestimmte Beschwerden, die durch den Mangel an Endocannabinoiden entstanden sind, wieder gemildert werden.

CBD Öl Wirkung im Überblick

CBD Öl hat viele verschiedene Wirkungsprinzipien und kann von Person zu Person unterschiedliche Effekte auslösen.

Obwohl bereits viele Studien durchgeführt wurden, herrscht weiterhin großer Forschungsbedarf auf diesem Gebiet. Dennoch gibt es bereits einige Hinweise auf mögliche Wirkungen.

1. CBD Öl bei Schmerzen

Cannabis wird seit ca. 2900 vor Christus als Schmerzmittel genutzt.4 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5549367/

CBD scheint auch als alleinige Komponente schmerzlindernde Effekte zu haben, indem es an bestimmte Schmerzrezeptoren des Endocannabinoid-Systems bindet.5 Vanilloid TRPV1 receptor mediates the antihyperalgesic effect of the nonpsychoactive cannabinoid, cannabidiol, in a rat model of acute inflammation

Je nach Beschwerden kann CBD unterschiedlich wirken. Beispielsweise ist eine Hemmung bestimmter Neurotransmitter und Neuropeptide möglich, die für Schmerzsignale zuständig sind. Auch können durch CBD Entzündungen der Nerven verringert oder Signale aktiviert werden, die hemmend auf den Schmerz wirken.6 Cannabinoids and Pain: New Insights From Old Molecules

Unter anderem soll CBD hilfreich sein bei:

  • Schmerzen verursacht durch Krebs7 https://ascpt.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/cpt.108
  • neuropathischer Schmerz (Nervenschmerz)8 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3371734/
  • Fibromyalgie (ausgebreitete Schmerzen in verschiedenen Körperregionen durch gestörte Schmerzwahrnehmung, ohne Entzündungen)9 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33004171/

Immer wieder wird in Studien auf den Vorteil von CBD gegenüber anderen Schmerzmitteln verwiesen, dass es keine nennenswerten Nebenwirkungen hervorruft.

2. CBD Öl bei Entzündungen

Entzündungen entstehen aufgrund von Gewebeverletzungen, Infektionen oder andere Faktoren. Sie können in zwei Phasen unterteilt werden: Akut und chronisch.

Die akute ist die frühe Phase, die wichtig ist, damit das Gewebe wieder verheilen kann. Funktioniert dies jedoch nicht, kann eine Entzündung chronisch werden und Schmerzen sowie andere Beschwerden verursachen.

Verantwortlich dafür sind entzündungsfördernde Botenstoffe wie Cytokine und Chemokine. Man weiß heute, dass CBD deren Produktion und Ausschüttung reduzieren kann.

Auch wird durch die Einnahme von CBD der sogenannte NF-κB-Signalweg heruntergefahren, welcher das Ablesen von entzündungsfördernden Genen antreibt.10 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2804319/

Auch erhöht CBD die Konzentration von Adenosin im Gehirn.11 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5938896/

Adenosin hat antientzündliche Eigenschaften, indem es entzündungsfördernde Stoffe wie NF-κB, Zytokine und TNF-α hemmt.12 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0969996113001939

3. CBD Öl bei Depressionen

Serotonin ist ein Neurotransmitter, der das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert und somit an der Entstehung von Glücksgefühlen beteiligt ist.

CBD bindet an den Serotonin Rezeptor 5-HT1A, der dadurch aktiviert wird und die Stimmung positiv beeinflusst.

Die Aktivierung dieses Rezeptors ist für die antidepressive und angstlösende Wirkung von CBD verantwortlich.13 Cannabidiol Induces Rapid-Acting Antidepressant-Like Effects and Enhances Cortical 5-HT/glutamate Neurotransmission: Role of 5-HT1A Receptors

4. CBD bei Angstzuständen

CBD kann bei Ängsten und Nervosität helfen.14 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6326553/

Eine Studie zeigte, dass sogar der Einsatz bei sozialen Phobien zu verminderten Stresslevels sorgte.15 https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0269881110379283

Ähnliche Beobachtungen wurden bei posttraumatischen Belastungsstörungen gemacht.16 https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnins.2018.00502/full

Zurückzuführen sind diese Beobachtungen unter anderem auf die Bindung an den 5-HT1A Rezeptor und damit eine Ausschüttung des „Stimmungsmachers“ und Neurotransmitters Serotonin.17 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2697769/18 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26711860/

Generell ist bekannt, das Agonisten, also Moleküle, die an diesen Rezeptor binden, eine angstlösende Wirkung haben.19 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23757185/

5. CBD bei Schlafstörungen

Einige Studien zeigen, dass CBD die Schlafqualität verbessern kann.20 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23343597/21 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21867717/

Wissenschaftlich ist noch nicht vollständig geklärt, woran das liegt. Ein Grund könnte sein, dass die Ursachen der Schlafstörungen beseitigt werden wie z. B. Ängste oder Schmerzen.22 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6326553/23 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6277878/

Auch die sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung kann durch CBD positiv beeinflusst werden. Normalerweise ist die Muskelaktivität in dieser Schlafphase blockiert.

Kommt es zur Störung, bekommen die Träume oft einen aggressiven Charakter und die Patienten bewegen sich zum Teil heftig, wehren sich, schlagen oder versuchen zu fliehen. Im Rahmen einer kleinen Studie konnte diese Symptome durch die Einnahme von CBD verbessert werden.24 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24845114/

Zusätzlich können Müdigkeits- und Erschöpfungszustände während des Tages durch CBD womöglich verbessert werden.25 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4023456/

CBD Darreichungsformen

Die Wirkung von CBD wird in Studien meist als Inhaltsstoff von Kapseln zur oralen Einnahme untersucht. CBD ist jedoch in vielen verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Reine CBD-Produkte, die kein THC enthalten, sind rezeptfrei in Apotheken, Drogeriemärkten oder im Internet erhältlich.

CBD Kapseln

CBD in Form von Kapseln stellt die Standarddarreichungsform dar. Die Kapseln sind in verschiedenen Dosierungen erhältlich, angefangen von 9 mg CBD pro Kapsel bis hin zu 120 mg. Der Vorteil von Kapseln ist, dass sich CBD exakt dosieren lässt und du genau weißt, wie viel CBD du einnimmst.

CBD Öl

CBD Öl ist mit 2,5%, 5%, 10%, 20% oder sogar 30% CBD erhältlich. Zur Anwendung sollte das Öl am besten unter die Zunge getropft werden, wo es für einige Minuten verbleibt, bevor es heruntergeschluckt wird. Über die Mundschleimhaut wird das CBD besonders gut aufgenommen und gelangt schnell in den Blutkreislauf.

CBD Cremes und Lotions

Es ist bekannt, dass äußerlich angewandtes CBD hautpflegend wirkt und die Hautgesundheit fördert.

Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass CBD Cremes bei bestimmten Hautkrankheiten, wie Akne, Pigmentstörungen, und Hautentzündungen helfen können.26 Cannabinoid Signaling in the Skin: Therapeutic Potential of the “C(ut)annabinoid” System27 Cannabinoid Delivery Systems for Pain and Inflammation Treatment28 A Therapeutic Effect of Cbd-Enriched Ointment in Inflammatory Skin Diseases and Cutaneous Scars

CBD Liquids

CBD Liquids für E-Zigaretten enthalten 2,5% – 10% CBD, in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Sie wirken besonders schnell, vor allem im Vergleich zu Kapseln.

CBD-Kaffee und Tee

Ein recht neuer Trend: Mit CBD versetzte Kaffeebohnen und Tees, die wie normaler Kaffee bzw. Tee zubereitet werden.

CBD Süßigkeiten

Es gibt eine große Auswahl an Süßigkeiten mit CBD, beispielsweise Schokolade, Kaugummi, Bonbons, Gummibärchen oder Gebäck. Diese sind allerdings nicht für eine regelmäßige Einnahme gedacht.

Sind Nebenwirkungen bekannt?

CBD ist sehr nebenwirkungsarm und wird selbst in höheren Dosen bis zu 1500 mg pro Tag gut vertragen.29 An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies Mit den frei verkäuflichen Produkten ist die Gefahr einer Überdosierung also sehr gering.

CBD kann folgende Nebenwirkungen verursachen:

  • einen trockenen Mund
  • Durchfall
  • Schwindel
  • Schlappheit
  • Appetitverlust

Wichtig: CBD kann mit Medikamenten wechselwirken. Bei Medikamenteneinnahme sollte der Gebrauch von CBD daher mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden.

Fazit: Ist der CBD Hype gerechtfertigt?

CBD liefert bei vielen Menschen positive Effekte der Hanfpflanze, ohne dabei Rauschzustände zu verursachen. Hervorzuheben sind die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Vor allem bei chronischen Schmerzen und Krankheiten könnte der Hanfextrakt hilfreich sein.

Der größte Vorteil von CBD ist, dass es im Vergleich zu alternativen Medikamenten gut vertragen wird. Zudem sorgt es oft für besseren Schlaf und erhöht das allgemeine Wohlbefinden.

Häufige Fragen zu CBD

1. Was ist CBD Öl?

CBD ist ein Cannabinoid aus der Hanfpflanze, das eine pharmakologische Wirkung hat, jedoch nicht berauschend wirkt. Um CBD Öl herzustellen, wird CBD aus den Blättern der Cannabispflanze extrahiert und in Öl gelöst.

2. Wie sollte ich CBD einnehmen?

CBD gibt es in vielen Darreichungsformen. Für eine exakte Dosierung sind Kapseln oder Öl, das unter die Zunge getropft wird, zu empfehlen.

3. Wie schnell wirkt CBD Öl?

Am schnellsten wirkt CBD, wenn es mithilfe eines Vaporizers oder einer E-Zigarette inhaliert wird. Auch wenn es unter die Zunge getropft wird, kann es bereits nach 15 Minuten wirken, da es über die Schleimhaut schnell aufgenommen wird. In Kapseln dauert es länger bis CBD wirkt.

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